Warum gute Mitarbeiter trotzdem kündigen
Fachartikel für Handwerksunternehmer und mittelständische Unternehmer
Autor: Michael Bandt, Unternehmer-Helden
Lesezeit: ca. 10 Minuten
Warum gute Mitarbeiter trotzdem kündigen
- „Wir zahlen gut.“
- „Wir haben moderne Fahrzeuge.“
- „Unsere Auftragslage ist hervorragend.“
Und trotzdem kündigt einer Deiner besten Mitarbeiter.
Vielleicht völlig überraschend.
Vielleicht sogar ohne ein konkretes Angebot eines anderen Arbeitgebers.
Die erste Reaktion vieler Unternehmer lautet:
„Heute will einfach niemand mehr arbeiten.“
Doch genau diese Erklärung greift häufig zu kurz.
In meiner Arbeit mit Handwerksunternehmen zeigt sich immer wieder:
Gute Mitarbeiter kündigen selten wegen ihrer Arbeit.
Sie kündigen häufig wegen der Art, wie Unternehmen organisiert und geführt werden.
Der häufigste Irrtum vieler Unternehmer
Wenn ein Mitarbeiter kündigt, wird oft sofort nach äußeren Ursachen gesucht.
- Mehr Gehalt.
- Ein kürzerer Arbeitsweg.
- Ein attraktiveres Angebot.
Natürlich spielen solche Faktoren manchmal eine Rolle.Doch sie erklären längst nicht alle Kündigungen.
Viele leistungsstarke Mitarbeiter verlassen Unternehmen, obwohl sie:
- ihre Arbeit mögen,
- ihre Kollegen schätzen,
- gerne mit Kunden arbeiten,
- und grundsätzlich im Handwerk bleiben möchten.
Was sie jedoch nicht mehr akzeptieren möchten, sind dauerhaft schlechte Strukturen.
Woran gute Mitarbeiter leiden
In Gesprächen mit Unternehmern und Führungskräften tauchen immer wieder dieselben Probleme auf.
- Unklare Verantwortlichkeiten
- Niemand weiß genau, wer wofür zuständig ist.
- Aufgaben werden mehrfach erledigt oder bleiben liegen.
- Ständige Planänderungen
- Prioritäten ändern sich täglich.
Mitarbeiter verlieren Planungssicherheit.
Entscheidungen dauern zu lange
Für viele Kleinigkeiten muss auf den Unternehmer gewartet werden.
Das kostet Zeit und Motivation.
Dauerhafte Überlastung
Gut organisierte Mitarbeiter übernehmen immer mehr Aufgaben.
Nicht weil sie müssen.
Sondern weil sie zuverlässig sind.
Irgendwann wird genau diese Zuverlässigkeit zur Belastung.
Fehlende Entwicklung
Viele gute Mitarbeiter möchten Verantwortung übernehmen.
Fehlen Perspektiven und Entscheidungsfreiräume, suchen sie diese Möglichkeiten an anderer Stelle.
Warum Unternehmensarchitektur über Mitarbeiterbindung entscheidet
Viele Unternehmer investieren viel Geld in Recruiting.
Dabei wird häufig übersehen:
Die beste Mitarbeitergewinnung beginnt mit der Mitarbeiterbindung.
Und Mitarbeiter bleiben dort, wo sie erfolgreich arbeiten können.
Eine funktionierende Unternehmensarchitektur sorgt dafür,
- dass Verantwortlichkeiten klar geregelt sind,
- dass Entscheidungen schnell getroffen werden,
- dass Prozesse zuverlässig funktionieren,
- und dass Führung Orientierung gibt.
Dadurch entsteht ein Arbeitsumfeld, in dem gute Mitarbeiter ihre Leistung entfalten können.
Die Freiheits-Architektur® stärkt nicht nur den Unternehmer
Die Freiheits-Architektur® verfolgt ein klares Ziel:
Ein Unternehmen aufzubauen, das für Unternehmer, Führungskräfte und Mitarbeiter gleichermaßen funktioniert.
Dafür werden die organisatorischen Grundlagen systematisch entwickelt.
- Klare Rollen
- Jeder kennt seine Verantwortung.
- Das reduziert Unsicherheit.
Verlässliche Prozesse
Wiederkehrende Abläufe funktionieren unabhängig von einzelnen Personen.
Führung mit Orientierung
Führungskräfte schaffen Klarheit statt neue Fragen.
Eigenverantwortung fördern
Mitarbeiter erhalten Vertrauen und Entscheidungsspielräume.
Dadurch entstehen Motivation und Identifikation.
Planbare Entwicklung
Menschen bleiben dort, wo sie sich entwickeln können.
Genau das schafft eine gute Unternehmensarchitektur.
Praxisbeispiel aus dem Handwerk
Ein Malerbetrieb mit rund 22 Mitarbeitern verlor innerhalb von zwei Jahren mehrere erfahrene Fachkräfte.
Die erste Vermutung lautete:
„Der Arbeitsmarkt ist schuld.“
Nach einer gemeinsamen Analyse zeigte sich jedoch ein anderes Bild.
Die Mitarbeiter bemängelten vor allem:
- unklare Zuständigkeiten,
- ständige Änderungen,
- fehlende Entscheidungen,
- und permanente Unterbrechungen.
Gemeinsam wurden Verantwortlichkeiten neu geordnet, Besprechungsstrukturen eingeführt und Entscheidungswege deutlich verkürzt.
Bereits wenige Monate später verbesserte sich die Zusammenarbeit spürbar.
Die Zahl der Konflikte sank.
Neue Mitarbeiter fanden sich schneller zurecht.
Und vor allem:
Die Fluktuation ging deutlich zurück.
Nicht weil plötzlich mehr Geld gezahlt wurde.
Sondern weil das Arbeiten einfacher geworden war.
Fazit
Gute Mitarbeiter verlassen selten ein Unternehmen ausschließlich wegen des Gehalts.
Häufig verlassen sie Strukturen, die dauerhaft Energie kosten.
Wer Mitarbeiter langfristig binden möchte, sollte deshalb nicht nur über Recruiting sprechen.
Er sollte sein Unternehmen so organisieren, dass Menschen erfolgreich arbeiten können.
- Klare Verantwortlichkeiten.
- Verlässliche Prozesse.
- Gute Führung.
- Schnelle Entscheidungen.
Genau dort beginnt nachhaltige Mitarbeiterbindung.
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